Sonderschau Eiichi Takeyama im RothenburgMuseum

Im Rahmen der Sektion „Wiederaneignung“ der Themenausstellung „Pittoresk! Selbstbild – Fremdbild – Wiederaneignung“ werden ab 11. August 2022 zwanzig Stadtansichten Rothenburg ob der Taubers gezeigt werden.

„Wiederaneignung“ ist dabei ausdrücklich programmatisch zu verstehen. Hier werden gegenwärtige Wahrnehmungen Rothenburgs verhandelt und absichtlich den vielfach romantisierenden Darstellungen aus dem 19. Jahrhundert gegenübergestellt. Spannungsvoll ist durchaus die Konfrontation mit den dank massenweiser Reproduktion ins Kitschige abdriftenden Hauptmotiven der Stadt wie Plönlein, Markusturm und Klingentorturm. Takeyamas in kräftigem Farbauftrag wiedergegebenen Ansichten Rothenburgs setzen sich von jedem Klischee ab. Die Motivik changiert zwischen Traumbildern, zahlreichen an Märchen gemahnenden Sujets (Tiermotive wie Schlange und Pfau) und einem spezifisch japanischen Wechsel der Perspektive von Flächigkeit zur Räumlichkeit innerhalb eines Bildes.

Nach den Ausstellungen der Wiederaneignung von dem Fotografen Willi Pfitzinger, der Montessori-Schule, des Künstlerbunds unter dem Begriff des Grotesken und dem Fotoclub Rothenburg e.V. werden Takeyamas Gemäldenunmehr einen expressiv verfremdenden Zugriff auf bekannte Motive die Tauberstadt darstellen.

Eiichi Takeyama, geboren 1937 in Asakusa (Tokio, Japan), arbeitet seit 1994 als bildender Künstler in Rothenburg ob der Tauber. Er ist Mitglied der „Japan Artist Association“ und der „International Professional Artist“ sowie des „Rothenburger Künstlerbundes“, seine Werke wurden u.a. regelmäßig in München, Düsseldorf, Tokyo und Rothenburg odT ausgestellt – im Rothenburger Kulturleben darf er als Künstler mit internationaler Ausstrahlung bezeichnet werden.So wie der Japonismus seit der zweiten Hälfte des 19. Jh. die westliche Kunst maßgeblich beeinflusste, so vereint Takeyama in seiner Kunst die japanische Ästhetik des kire („der Schnitt“) und mono no aware („die Stimmung der Vergänglichkeit“) mit zeitgenössischen, westlichen Sehweisen: Takeyamas Sujets sind dabei stets die vor Ort gegebenen Motive fränkischer Natur und fränkischer Städtebilder, zumeist handelt es sich bei ihm um Ansichten Rothenburgs.

Besonders zu würdigen sind zudem Eiichi Takeyamas jahrzehntelange Verdienste um kulturelle Brücken nach Japan. Für Rothenburgs Städtepartnerschaft mit Uchiko, aber auch für die lebendigen Kontakte zumPräsidium des weltweit fünftgrößten Flughafens Haneda hat Eiichi Takeyama Außerordentliches geleistet. Seine Ausstellungen haben hier mit Fug und Recht Brücken Frankens nach Übersee gebaut.

Eiichi Takeyama darf gleichermaßen als ein japanisch-fränkischer Künstler von Rang wie als kultureller Botschafter Mittelfrankens gewürdigt werden. Die Ausstellung mit 20 Werken Eiichi Takeyamas wird bis mindestens Ende Oktober im RothenburgMuseum zu sehen sein. Im Museum liegt eine Liste aus zu den Werken, die käuflich erworben werden können. Näheres dazu bei info@takeyama.rothenburg.de Die ausgestellten Werke lauten:

  • Jakobskirche (Ölgemälde)
  • Brautportal (Ölgemälde)
  • Nacht der alten Stadt (Ölgemälde)
  • Blick von der Stadtmauer (Ölgemälde)
  • Musikabend (Ölgemälde)
  • Brudergäßchen (Ölgemälde)
  • Burggasse 1 (Ölgemälde)
  • Burggasse 2 (Ölgemälde)Rothenburg ob der Tauber 1 (Ölgemälde)
  • Rothenburg ob der Tauber 2 (Ölgemälde)
  • Jakobskirche und Markusturm (Acrylbild)
  • Rote Dächer (Ölgemälde)
  • Untere Schmiedgasse (Ölgemälde)
  • Burgtor (Ölgemälde)
  • Kirchplatz (Ölgemälde)
  • Klostergarten (Ölgemälde)
  • Blick vom Grünen Markt (Ölgemälde)
  • Wildbad (Ölgemälde)
  • Plönlein (Ölgemälde)
  • Franziskanerkirche (Aquarell)